Montag, 19. mai 2008
Mein letzter Eintrag ist fast zwei Wochen her und ich frage mich, wie viele Blogs ich seitdem gelesen habe.
Spontan wollte ich schon sagen - keinen einzigen und dann halte ich doch inne und weiß, es stimmt nicht. Ich bekam letzte Woche von einer Bekannten den Tipp, mir den Blog unter http://www.immer-schoen-sachlich.de anzuschauen. Da bloggt ein Sachbuchexperte bzw. stellt kurze Rezensionen zu neuen Sachbüchern ein und bewirbt außerdem seine Veranstaltungen (Lesungen, Podiumsdiskussionen etc. Michael Schikowski ist Sachbuchexperte und also solcher schon länger bekannt).
Sie - die Bekannte - und ich überlegen schon seit geraumer Zeit, wie Blogs in der Verlags-PR sinnvoll eingesetzt werden können. Sie sagt immer "Da gibt es 1000 Möglichkeiten", ich sage "Für einige wenige Verlage ja, gezielt und gut konzeptioniert ja, aber insgesamt sehe ich weder Verlage, noch das Hauptlesepublikum allzu Blog-affin".

Die Personengruppe, die in Deutschland am meisten Geld für Bücher ausgibt, ist die der gut 50jährigen Frauen, die die gesamte Familie mit Büchern versorgt. Und die bloggt nicht. Und liest auch keine Blogs. Behaupte ich. Sie sagt, nur weil die Verlage Web2.0 nicht denken können, kann man es trotzdem für sie nutzbar machen. So geht das seit ungefähr zwei Jahren und inzwischen geben wir zusammen schon Seminare, auf denen wir sozusagen live genau das erzählen, pro und contra und die technischen Hintergründe. Man kann uns übrigens gerne buchen.

Nun ist wirklich gar nicht so blöd, gerade einen Sachbuch-Blog zu machen, denn Sachbücher werden ja tatsächlich mehr von Männer ngekauft, zumindest solange es keine Ratgeber sind. Wenn ich der Herr Schikowski wäre, würde ich jedenfalls versuchen, viel viel Wind um meinen Blog zu machen und vor allen Dingen die großen Internet-Buchhandlungen immer wieder wissen zu lassen, dass ich kompetente und vor allem sehr viele Rezensionen zu Sachbüchern schreibe. Und würde hoffen, dass z.B. Amazon irgendwann zu mir kommt und sagt, wir finden das ganz prima, können wir diese Inhalte nicht abonnieren und zu unseren Büchern stellen? Also per RSS-Feed auf unsere Seite holen, gegen eine ordentliche Gebühr, versteht sich.  Und ich würde dann bestimmt nicht nein sagen.



von butt
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Mittwoch, 7. mai 2008
Mir fiel gerade auf, dass ein Teil meines Blog-Unwillens vielleicht auch von der Schriftgröße herrührt, die bei den allermeisten Blogs auf Adleraugen eingestellt ist. Ich gehe davon aus, dass Gähn-Reflex und "x-small"-Schrift am Bildschirm direkt aneinander gekoppelt sind.
Jedenfalls habe ich mich jetzt gleich hingesetzt und sowohl Schriftgröße als auch Zeilenabstand mal ordentlich vergrößert. Ich finde den Effekt beachtlich.

Liest sich das hier gut?

Auch für Augen 40+ und ++?
von butt
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Freitag, 25. april 2008
Nichts hat mir so deutlich wie Web2.0 gezeigt, dass meine Jugend wohl vorüber ist.

Plötzlich gab es einen Hype, etwas, was in aller Munde war, versehen mit großen Worten wie Revolution, Kommunikation, Social Networking. Kreativität - alles Begriffe, die ich sehr positiv besetze. Und jedes Mal, wenn ich mir die Websites anschaue, für die diese Begriffe bemüht werden, Blogs, Network-Plattformen etc., kommt mir das große Gähnen. Oder Kopfschütteln. Was zum Teufel ist daran so toll? Wen bitte, soll das interessieren? Und regelmäßig werde ich belehrt und aufgeklärt, entweder mit Leidenschaft oder Zugriffszahlen, dass das sehr wohl interessiert, dass es gelesen wird und dass Menschen sehr gerne auf diese Art entweder kommunizieren oder ihr Innerstes oder erfundenes Inneres einer Web2.0-Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Befremden.

Ganz dunkel erinnere ich mich dann - was mich ein wenig tröstet, weil ich damals in der vollen Blüte meiner Jugend stand - daran, auch während meines Studiums in den späten 80er Jahren ein ähnliches Befremden gekannt zu haben. Damals überkam mich dieses angesichts der Texte der PoststrukturalistInnen und DekonstruktivistInnen. Das waren Texte von Lacan über Derrida und Kristeva bis hin zu Paul de Man. Ich habe jedes einzelne Wort dieser Texte verstanden, ich habe hin und wieder einen Teilsatz verstanden, aber die Anneinanderreihung dieser Wörter und Teilsätze machte für mich keinen Sinn. Ich las Satz für Satz, Text für Text und hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass in meinem Gehirn der Bereich angesprochen wird, in dem sich Zusammenhänge herstellen. Wenn mich das gerade einmal nicht frustrierte (und es war frustrierend, weil alle, die etwas auf sich hielten, Magister- und Doktorarbeiten über diese Texte schrieben), fand ich es als Phänomen interessant bis bestürzend. Vage hoffte ich darauf, dass eines Tages jemand kommen würde wie das Kind in des Kaisers neue Kleider und rufen "Aber er hat ja gar nichts an", "Aber das macht doch alles gar keinen Sinn!" So jemand kam nie.

Und ich glaube, auch in Sachen Web2.0 wird niemand mehr kommen und sagen, "Aber das ist doch alles Humbuk!".  Also sehe ich sie alle bloggen, Facebooken, MySpacen und seit neuestem auch Twiggen und kann mich nur an der Theorie des Generationen-Gaps festhalten, um das Phänomen halbwegs gelassen hinnehmen zu können.

Sagt es mir! Was ist so toll am Bloggen? Oder, andersherum gefragt: Warum ist Bloggen für die meisten Menschen jenseits der 40 so langweilig?
von butt
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Freitag, 25. april 2008
Es gibt ein neues Tool in der Web2.0 Welt, las ich im PR-Blogger:

http://klauseck.typepad.com/prblogger/2008/04/friendfeed-fr-d.html

Unter http://www.friendfeed.com/, können alle Blogs, Twigger-Einträge, Myspace-Einträge etc. auf einer Seite zusammengefasst werden. So erhält man eine Übersicht aller Veröffentlichungen.

Ich bin mir ja nicht sicher, ob das wirklich so PR-relevant ist und wenn, dann sicherlich nur insofern, als dass, wer viel bloggt und auf allen möglichen Seiten unterwegs ist, oder ein Unternehmen mit vielen Mitarbeiterinnen-Blogs hat, schnell mal den Überblick verlieren kann, der dann auf diese Art wieder gewonnen werden kann.

Heute morgen habe ich für das eLearning PR-Seminar einen ersten kleinen Video-Podcast gedreht und online gestellt. Bis gestern fand ich das albern, kaum habe ich's selbst auch mal gemacht, fängt es an, Spaß zu machen. Was aber ja nur die These bestätigt, dass es sich dabei um reinen Narzissmus handelt, oder?
von butt
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Mittwoch, 9. april 2008
Vielseitig interessierte Menschen dürfen sich ja nicht auf einfache Meinungen zurückziehen. So diskutiere ich seit Tagen das Thema Blog mit allen, die sich mit mir an einen Tisch oder ans Telefon setzen.

Und mitnichten teilt man meine recht vernichtende Meinung über die Sinnhaftigkeit von Blogs.

Hm. Ich denke darüber nach und schon habe ich mich heute morgen dabei erwischt, wie ich einen mir empfohlenen, angeblich interessanten Bog tatsächlich lese und mich dann auch noch blendend dabei amüsiere. Dabei ist der Blog dazuhin auf Englisch und ich hasse es eigentlich, Englisch zu lesen.

Es ist der Blog Random Acts of Reality, in dem ein Notarzt von seinen beruflichen Erfahrungen und anderen Dingen erzählt, also sozusagen der Emergency Room als Blog:

http://randomreality.blogware.com/blog/
von butt
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Freitag, 4. april 2008
Es ist nicht mein erster Versuch, es ist ungefähr der 5.. Immer wieder wurde mir von allen möglichen - und sehr verschiedenen Menschen angetragen, ich möge den unwiderstehlichen Reiz von Blogs erkennen, mir einen eigenen einrichten und dann endlich verstehen, wie unendlich sinnvoll Blogs in der PR sind.

Also richtete ich einen Blog ein, schrieb einen ersten Beitrag. Und vergaß ihn wieder. Mitsamt Nutzerinnen ID und Passwort.
Schon allein deswegen überzeugen mich die Zahlen, wie viele Blogs auf der Welt zu finden sind und wie viele täglich hinzu kommen, wenig. Ich ich komme immer wieder dazu und belaste die Statistik, aber von bloggen keine Spur.
Nun ist es aber sozusagen beruflich erforderlich, dass ich blogge und wir Selbstständigen, Freiberuflerinnen sind in solchen Dingen ja reichlich bestechlich. Wenn's fürs Geld sein muss, wird halt gebloggt.
von butt
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